Menu
  • de
  • en
  • fr

Programme

Programmvorschläge für die Saison 2018/19

Programm I

Joseph Haydn (1732-1809): Streichquartett op.76/4, Sonnenaufgang
Maurice Ravel (1875-1937): Streichquartett F-dur
Ralph Vaughan Williams (1872-1958): Streichquartett Nr. 1 g-moll

Beim ersten Blick auf die Werkfolge scheint die Zeit aus den Fugen: eine Berühmtheit des späten 18. Jahrhunderts, die den größten Teil ihres Lebens hinter sich hat und dennoch unermüdlich neue Wege beschreitet; ein junger französischer Dandy auf dem Wege »zu sich selbst«; und ein distinguierter Brite, der sich bei diesem Suchenden den letzten kompositorischen Schliff holt, obwohl der »Lehrer« drei Jahre jünger als der Schüler ist. Erst das Hör-Erlebnis macht das zarte Geäder bewusst, das die drei Werke und ihre Schöpfer miteinander verbindet. Haydns Sonnenaufgang und Ravels (einziges) Quartett reichen einander dezent die Hände, und Ralph Vaughan Williams gewinnt aus dieser Begegnung eine elegante, individuelle Synthese.

Programm II

Franz Schubert (1797-1828): Quartettsatz c-moll, D. 703
Béla Bartók (1881-1945): Streichquartett Nr. 1, op. 7
Ludwig van Beethoven (1770-1827): Streichquartett a-moll op. 132

Um »Auf- und Ausbrüche« geht es in diesem Programm, das mit einem der berühmtesten Fragmente der Kammermusikliteratur beginnt: mit dem Allegro c-moll, in dem es Franz Schubert 1820 erstmals gelang, sich aus der Sphäre seiner Jugendquartette hinauszukatapultieren und seine Persönlichkeit ebenso unverwechselbar zu definieren wie Béla Bartók rund neunzig Jahre später in seinem offiziell ersten Quartett, dem verschiedene Versuche des ungarischen »Brahminen« voraufgegangen waren. Dass der geschärfte, avancierte Tonfall seines Opus 7 nicht denkbar gewesen wäre ohne die Ausbrüche, mit denen der späte Ludwig van Beethoven die klassischen Gesetze zu Fall brachte – das demonstriert am Ende das fünfsätzige Opus 132, in dessen Zentrum sich als transzendenter Gipfel der »heilige Dankgesang eines Genesenen an die Gottheit« erhebt.

Programm III, erweitert auf Sextett

Arnold Schönberg (1874-1951): »Verklärte Nacht«, Streichsextett op. 4
Johannes Brahms (1833-1897): Streichsextett Nr. 2 G-dur op. 36

Eine zweite Bratsche, ein zweites Violoncello – und schon wird dem transparenten Streichquartett eine der üppigsten Besetzungen der Kammermusik schlechthin. Die Zahl der Kombinationsmöglichkeiten, die bedeutende Klangfülle und das szenische Erscheinungsbild sorgen für einen opulenten Gesamteindruck, der die Komponisten nicht selten zu symphonischen Dimensionen und ausgiebigsten Schwelgereien einlud. Zwei dieser Meisterwerke stehen hier programmatisch Seite an Seite: Arnold Schönbergs Verklärte Nacht nach dem gleichnamigen Gedicht des Symbolisten Richard Dehmel und das zweite Sextett seines großen Vorbildes Johannes Brahms verbinden sich zu einer unwiderstehlichen Rückblende auf alle Facetten der Romantik – vom Elfentanz à la Mendelssohn bis zur dichten Treibhausatmosphäre des Jugendstils.

Als Ergänzung bieten wir an:

Die Streichquintette und -sextette sowie das Klarinettenquintett von Johannes Brahms mit Hermann Voss (Viola), Peter Buck (Violoncello) und Norbert Kaiser (Klarinette) sowie die Klavierquintette von Johannes Brahms, Antonín Dvoràk, Robert Schumann und Dmitrij Schostakowitsch mit Matthias Kirschnereit.

 

Und für die Freunde des Exotischen das Thema:

 

Lawrence of Arabia

Im Jahre 2011 entwickelte das Verdi Quartett gemeinam mit dem irakischen Duo Sidare und dem Musikethnologischen Institut der Universität Köln ein Konzertprogramm, das  seinerzeit in Verbindung mit einer Sonderausstellung des neuen Völkerkundemuseums der Stadt Köln vorgestellt wurde. Diese überaus erfolgreiche Präsentation ist auch als selbständige Veranstaltung möglich. Mehr dazu als pdf (3.11MB)